Logopäden finden: Die besten Wege für deine Praxis im Vergleich
142 Tage dauert es im Schnitt, eine Stelle in der Sprachtherapie zu besetzen. So vergleichen sich die gängigen Wege, Logopäden für deine Praxis zu finden.
Die Sprachtherapie, zu der auch die Logopädie zählt, gilt laut Engpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit als Engpassberuf. Freie Stellen bleiben im Mittel 142 Tage unbesetzt. Hier sind die gängigen Wege, Logopäden zu finden, mit ihren Stärken und Grenzen.
Warum es so schwer ist, Logopäden zu finden
In der Engpassanalyse 2025 erreicht die Sprachtherapie 2,5 von 3 möglichen Punkten. Werte ab 2,0 gelten als Engpass. Im Mittel dauert es 142 Tage, eine gemeldete Stelle zu besetzen. Das sind fast fünf Monate.
Eine Besonderheit der Logopädie ist die Teilzeit. In der Gehaltsumfrage 2026 des Deutschen Bundesverbands für Logopädie (dbl) arbeiteten nur 4,5 Prozent der befragten Angestellten aus ambulanten Praxen 40 Stunden pro Woche. Für eine volle Stelle brauchst du deshalb unter Umständen mehr als eine Person.
1. Jobportale
Allgemeine Portale wie Indeed oder StepStone und spezialisierte Therapie-Jobbörsen erreichen Menschen, die gerade aktiv suchen. Deine Anzeige steht aber zwischen vielen anderen, und du zahlst häufig pro Schaltung, unabhängig vom Ergebnis.
Geeignet für: zusätzliche Sichtbarkeit bei aktiv Suchenden.
2. Jobbörse der Arbeitsagentur
Die Jobbörse ist kostenlos und schnell eingerichtet. Bei einem Engpassberuf ist der Pool an arbeitslosen Logopäden aber klein.
Geeignet für: eine kostenlose Grundsichtbarkeit, nicht als einziger Kanal.
3. Personalvermittler
Vermittler sprechen Kandidaten aktiv an. Dafür verlangen sie meist eine Provision pro Einstellung, die sich am Jahresgehalt orientiert. Bei mehreren Einstellungen summiert sich das schnell. Nach der Einstellung bleibt für deine Praxis nichts, was bei der nächsten Suche hilft.
Geeignet für: einzelne, besonders dringende Stellen mit ausreichendem Budget.
4. Empfehlungen aus dem Team
Deine Mitarbeitenden kennen andere Logopäden aus Ausbildung, Studium oder Fortbildungen. Empfehlungen sind günstig und bringen oft Bewerber, die gut ins Team passen. Eine Prämie für erfolgreiche Empfehlungen kann das fördern.
Geeignet für: jede Praxis, als dauerhafter Baustein.
5. Kontakte zu Logopädie-Schulen und Hochschulen
Praktikumsplätze, Gastvorträge oder Kooperationen mit Berufsfachschulen und Hochschulen bringen dich früh in Kontakt mit dem Nachwuchs. Wer im Praktikum gute Erfahrungen macht, bewirbt sich eher nach dem Abschluss. Das hilft langfristig, aber selten bei einer akuten Lücke.
Geeignet für: Praxen, die Berufseinsteiger einstellen und langfristig planen.
6. Eigene Beiträge auf Social Media
Posts auf Instagram, Facebook oder LinkedIn kosten nichts außer Zeit. Die Reichweite bleibt aber meist auf deine Follower beschränkt. Das sind selten Logopäden aus deiner Region, die über einen Wechsel nachdenken.
Geeignet für: den Aufbau einer sichtbaren Arbeitgebermarke, weniger für schnelle Bewerbungen.
7. Social Recruiting
Beim Social Recruiting werden Logopäden in deiner Region gezielt über bezahlte Anzeigen auf Instagram und Facebook angesprochen. So erreichst du auch Menschen, die gerade nicht aktiv suchen. Entscheidend sind echte Einblicke in deine Praxis, eine Ansprache, die nach Logopädie klingt, und ein Bewerbungsweg, der vom Smartphone in wenigen Minuten funktioniert.
Social Recruiting braucht ein Werbebudget und gute Inhalte. Ohne ein attraktives Angebot hilft auch die beste Kampagne wenig.
Geeignet für: Praxen, die auch wechselbereite Logopäden erreichen und eine eigene Mitarbeitergewinnung aufbauen wollen.
Was Logopäden bei der Jobwahl wichtig ist
- Schwerpunkte: Kindersprache, Neurologie, Stimme, Schluckstörungen oder Redefluss? Passt das Patientenspektrum zu den eigenen Interessen?
- Flexible Arbeitszeiten: Teilzeit, feste freie Tage und planbare Termine.
- Behandlungszeit: genug Zeit pro Patient und bezahlte Zeit für Vor- und Nachbereitung.
- Fortbildung: ein Budget und freie Tage für fachliche Entwicklung.
- Hausbesuche und Einrichtungen: wie viele, wie weit, wie werden Fahrzeiten vergütet?
- Gehalt: ein fairer Stundenlohn. Aktuelle Zahlen findest du im Artikel zum Gehalt von Logopäden.
So machst du deine Stellenanzeige für Logopäden besser
- Konkreter Einstieg: Beschreibe in zwei Sätzen, was deine Praxis ausmacht.
- Stundenmodell nennen: Welche Wochenstunden sind möglich, wie flexibel sind die Tage?
- Stundenlohn oder Gehaltsspanne angeben: Eine Zahl schafft Vertrauen.
- Patientenspektrum beschreiben: Welche Störungsbilder, welche Altersgruppen?
- Echte Bilder: Team und Therapieräume statt Stockfotos.
- Einfacher Bewerbungsweg: ohne Anschreiben, mit wenigen Klicks vom Smartphone.
Welcher Weg passt zu deiner Praxis?
- Langfristig: Empfehlungen fördern, Kontakte zu Schulen und Hochschulen pflegen und eine sichtbare Arbeitgebermarke aufbauen.
- Für akute Stellen: wechselbereite Logopäden gezielt ansprechen, statt nur auf Bewerbungen zu warten.
- Begleitend: kostenlose Kanäle wie die Jobbörse nutzen.
- Bei Teilzeit denken: Plane eine volle Stelle von Anfang an als zwei Teilzeitstellen, wenn das zu deinem Ablauf passt.
Was dich eine unbesetzte Stelle jeden Monat kostet, rechnest du mit unserem Kostenrechner aus. Den Vergleich für die Physiotherapie findest du unter Physiotherapeuten finden.
Häufige Fragen
Ist Logopädie ein Engpassberuf?
Ja. Die Sprachtherapie, zu der die Logopädie zählt, erreicht in der Engpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit 2,5 von 3 Punkten und gilt damit als Engpassberuf.
Wie lange dauert es, eine Logopädie-Stelle zu besetzen?
Laut Engpassanalyse 2025 im Mittel 142 Tage. Je nach Region und Angebot kann es länger dauern.
Warum arbeiten so viele Logopäden in Teilzeit?
Die Gründe sind individuell. Fest steht laut dbl-Gehaltsumfrage 2026: Nur 4,5 Prozent der befragten Angestellten in Praxen arbeiten 40 Stunden. Flexible Teilzeitmodelle sind deshalb ein wichtiges Argument im Recruiting.
Quellen: Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit. Gehaltsumfrage des Deutschen Bundesverbands für Logopädie (dbl), Januar und Februar 2026. Stand: Oktober 2026.
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