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Fachkräftemangel in der Physiotherapie 2026: Zahlen, Ursachen und was Praxen tun können

304 Tage bleibt eine Physio-Stelle im Schnitt offen. Die wichtigsten Zahlen zum Fachkräftemangel 2026, die Ursachen und was Praxen jetzt tun können.

Jonas HümmelerJonas Hümmeler28. Oktober 20265 Min. Lesezeit
Therapeutin in einer Physiotherapiepraxis
Der Fachkräftemangel in der Physiotherapie ist kein neues Thema. Neu ist, wie deutlich die Zahlen inzwischen sind. Wir haben die wichtigsten aktuellen Daten zusammengetragen und zeigen, was sie für deine Praxis bedeuten.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

  • 304 Tage blieb eine offene Physio-Stelle 2025 im Durchschnitt unbesetzt. 2024 waren es 280 Tage, 2023 noch 253 Tage.
  • Top 10: In der Engpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit gehört die Physiotherapie mit 2,8 von 3 Punkten zu den zehn Spezialistenberufen mit dem größten Engpass. 2024 lag sie sogar auf Platz 1.
  • Rund 2,6 offene Stellen kommen rechnerisch auf jeden arbeitslosen Physiotherapeuten.
  • 11.979 Stellen blieben laut Institut der deutschen Wirtschaft 2024 in der Physiotherapie rechnerisch unbesetzt, mehr als in jedem anderen Beruf.
  • 53 Prozent der Beschäftigten in Physiopraxen arbeiten in Teilzeit.
Ein Hinweis zur Vakanzzeit: Die Bundesagentur weist seit der Analyse 2025 den Median aus, der bei 168 Tagen liegt. Die 304 Tage sind der Durchschnitt, den der Verband IFK bei der Bundesagentur angefragt hat. Beide Werte sind korrekt, sie messen nur unterschiedlich.

Warum sich der Mangel weiter verschärft

Die Zahl der Praxen wächst: Laut Branchenreport Physiotherapie 2026 gibt es inzwischen über 51.600 Physiotherapiepraxen in Deutschland. Gleichzeitig sinkt die tatsächliche Arbeitskraft pro Praxis, die Vollzeitäquivalente sind von 4,40 auf 4,24 zurückgegangen. Mehr Praxen teilen sich also weniger Arbeitsstunden.
Dazu kommt: Viele Therapeuten arbeiten bewusst in Teilzeit, wechseln in Kliniken oder verlassen den Beruf ganz. Der Nachwuchs wächst zwar leicht, gleicht die Lücke aber bisher nicht aus.

Was das für deine Praxis bedeutet

Du konkurrierst nicht nur mit anderen Praxen in deiner Stadt, sondern auch mit Kliniken, Reha-Zentren und Praxen, die Homeoffice-freundliche Modelle oder höhere Gehälter bieten. Laut Branchenreport verdienen Berufseinsteiger im Schnitt rund 2.991 Euro brutto, Berufserfahrene rund 3.773 Euro.
Jeder Monat ohne Besetzung kostet dich Umsatz. Wie viel genau, kannst du mit unserem Kostenrechner in 30 Sekunden ausrechnen.

Was Praxen jetzt tun können

  • Sichtbar werden: Die meisten Physios suchen nicht aktiv. Du musst sie dort erreichen, wo sie täglich unterwegs sind.
  • Unterschiede zeigen: Fortbildungen, Teamkultur, Behandlungstakt und Arbeitszeitmodelle konkret benennen statt Floskeln zu verwenden.
  • Bewerbung vereinfachen: Ein Bewerbungsweg ohne Anschreiben, der vom Smartphone in wenigen Minuten funktioniert.
  • Schnell reagieren: Gute Bewerber haben mehrere Optionen. Wer sich erst nach einer Woche meldet, hat oft schon verloren.
  • Team halten: Jede Kündigung, die du verhinderst, ist eine Stelle, die du nicht neu besetzen musst.

Fazit

Der Fachkräftemangel in der Physiotherapie wird sich in den nächsten Jahren nicht von selbst lösen. Praxen, die als Arbeitgeber sichtbar sind und wechselbereite Therapeuten gezielt ansprechen, haben trotzdem gute Chancen.
Quellen: Fachkräfteengpassanalysen 2024 und 2025 der Bundesagentur für Arbeit, Angaben des IFK zu den durchschnittlichen Vakanzzeiten, Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Branchenreport Physiotherapie 2026 von ETL ADVISION und TT-DIGI.
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Jonas Hümmeler
Geschrieben vonJonas HümmelerGründer von Hypewave®

Hilft seit 2021 Physio-, Ergo- und Logopädiepraxen dabei, qualifizierte Therapeuten zu gewinnen. Seine Mutter ist selbst Physiotherapeutin.

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